Offensichtlich war bei der Sanierung des Daches niemand dabei, der von dieser Art der ausgeführten Arbeiten eine Ahnung hatte

Hallo,
ich habe 2011 über einen Makler ein Reihenendhaus gekauft. Der Makler hat mir einen Architekten und Handwerker vermittelt, der Architekt übernahm die Bauleitung, mit der entsprechenden Entlohnung.Auf Anraten des Architekten habe ich mir zur neuen Eindeckung des Daches + Wärmedämmung des Daches entschlossen und wähnte mich mit der Beauftragung eines Architekten auf der sicheren Seite, da ich vom Handwerk keine Ahnung hatte und habe.

Über die Jahre kam es immer wieder zu feuchten Stellen, insbesondere an den Ecken des OG am Gebäudeteil an den kein Gebäude angrenzt. 
In 2021 habe ich einen ortsansässigen Dachdecker um Rat gefragt, dieser meinte die Ursache könnte beim Dach liegen, verrutschte Folie, etc.
Das war das was er vorfand:
„…Guten Tag Herr B,
auch ich war ziemlich baff, als ich von meinen Mitarbeitern die Sachlage erklärt und die von ihnen gemachten Bilder eingesehen habe.
Offensichtlich war bei der Sanierung des Daches niemand dabei, der von dieser Art der ausgeführten Arbeiten eine Ahnung hatte.
Schlimmer finde ich noch, dass ein Architekt für Bauleitungsleistungen bezahlt wurde.

Nach Aussage meiner Mitarbeiter fehlen in den Anschlussbereichen der Dach-Aufsparrendämmung an Traufe und Ortgang komplett die Dichtungsbänder bzw. die Wärmedämmung, die im Traufbereich senkrecht hätte eingebaut werden müssen.
Man kann von innen her ja durchschauen.
Hier wurde lediglich von außen her ein Verblendungsbrett angebracht.
Sieht schön aus, nützt aber nichts.
Die Dichtungs- / Kompribänder hätten zwingend zwischen Mauerscheibe und Unterseite Dämmplatten eingebaut werden müssen.
Auch zeigen die Längs- und Querverbindungen der einzelnen großformatigen Dämmplatten auf, dass es entweder gar keine Nut- und Federverbindung an den Platten gibt oder diese nicht ordnungsgemäß montiert wurden.
Ich tippe auf den ersten Punkt.
Unter Umständen wurden seinerzeit vielleicht sogar Dämmplatten, ohne umlaufende Verfalzungen, eingebaut, wie sie manchmal im Flachdachbereich verbaut werden.
Anders sind mir die Differenzen in den Stoßbereichen nicht erklärbar.

Das herstellen der Durchführung des/der Abluftrohre durch die Dämmplatten kann nur als stümperhaft bezeichnet werden.
Es wurde gerade mal eine Öffnung in der Dämmplatte hergestellt, um das Abluftrohr durchführen zu können.
Kein ausschäumen und keine Verklebung des Rohrstutzen mit den Dämmplatten, um einen wasserdichten Anschluss des Unterdaches an den Rohrstutzen herstellen zu können, ist nur ansatzweise zu erkennen gewesen.
Dieses Detail haben meine Mitarbeiter gestern zumindest überarbeitet.
Ich vermute, dass auch die Durchführung des Satellitenschüsselständer nicht anders ausgeführt wurde wie bei den Abluftrohren.

So wie ich es derzeit einschätze, werden Sie um eine Komplettsanierung des Daches, evtl. unter Verwendung von Teilen der Dämmplatten und der Dacheindeckung, nicht herumkommen.

Daher meine Empfehlung:
Suchen Sie sich einen „guten“ Rechtsanwalt für Baurecht und einen Gutachter des „Dachdeckerhandwerk“, der den vorhandenen Zustand des Dachaufbau festhält und eine Auflistung aller Mängel macht.

In Anlage habe ich Ihnen alle von meinen Mitarbeitern gemachten Bilder angehängt und die einzelnen Schwachpunkt, soweit nur schwerlich zu erkennen, markiert.
…“
Über meinen Rechtsschutz hatte ich eine Erstberatung bei einem Anwalt für Baurecht, der mir klar zu verstehen gab das ich keine Chance hätte, da bereits verjährt und eine arglistige Täuschung läge nicht vor, weil die Mängel erkennbar seien, wenn auch nicht von mir. Deshalb kann ich mir wohl den Gutachter sparen und muss wohl die Bank um Geld bitten.

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